
Wasser- und Rohrleitungen im Haus – Prävention von Rohrbrüchen
Wasser- und Rohrleitungen sind essenzielle Bestandteile jedes Hauses und versorgen täglich mit sauberem Wasser. Doch was passiert, wenn ein Rohr plötzlich platzt? Nach einem Urlaub heimzukommen und festzustellen, dass der Keller knöcheltief unter Wasser steht, ist ein Alptraum. Möbel sind beschädigt, der Boden aufgewölbt und die feuchte Wand riecht modrig. Solche Katastrophen entstehen oft unerwartet, lassen sich jedoch mit dem richtigen Wissen und geeigneten Maßnahmen verhindern.
Wie entstehen Rohrbrüche
Rohrbrüche können durch verschiedene Faktoren verursacht werden. Ältere Leitungen sind sehr anfällig für Materialermüdung. Mit der Zeit kann sich Rost in den Rohren ausbreiten und sie porös machen. Das ist ungefähr wie bei einem Gartenschlauch, der durch UV-Strahlung und Abnutzung spröde wird. Besonders gefährdet sind Rohre, die seit Jahrzehnten im Hausinneren verborgen liegen und oft übersehen werden.
Ein weiterer häufiger Auslöser sind Temperaturschwankungen. Kalte Wintertage setzen besonders ungeschützten Leitungen zu. Fallen die Temperaturen über Nacht stark ab und das Wasser in einer Leitung im unbeheizten Keller friert ein, dehnt sich das Wasser beim Auftauen aus und das Rohr kann bersten. Besonders tückisch sind Wasserleitungen im Außenbereich, wie etwa im Garten oder an unbeheizten Hauswänden, die nicht rechtzeitig abgesperrt wurden.
Auch Ablagerungen in den Rohren spielen eine Rolle. Kalk, Rost und Schmutz setzen sich an den Innenwänden ab und verengen die Leitung. Mit der Zeit steigt der Druck im Inneren immer weiter an bis das Rohr platzt.
Frühwarnzeichen erkennen
Es gibt einige typische Anzeichen, die auf einen drohenden Rohrbruch hinweisen. Ein plötzlicher Rückgang des Wasserdrucks beim Duschen oder Spülen kann auf ein Leck hindeuten. Auch feuchte Flecken an Wänden oder Decken sollten ernst genommen werden. Das gilt besonders dann, wenn diese sich ausbreiten oder sich ein modriger Geruch bemerkbar macht. Manchmal kündigen sich Rohrprobleme auch durch ungewöhnliche Geräusche an: Ein Pfeifen, Klopfen oder Rauschen in den Leitungen kann ein Hinweis darauf sein, dass Wasser irgendwo unkontrolliert austritt. Ein weiteres Alarmsignal ist eine unerklärlich hohe Wasserrechnung. Das kann ein Anzeichen dafür sein, dass kontinuierlich Wasser aus einer defekten Leitung entweicht.
Wie Wasserleitungen geschützt werden können
Um Rohrbrüche zu vermeiden, sollten Leitungen rechtzeitig geschützt werden. Besonders freiliegende Rohre in unbeheizten Räumen wie Kellern, Dachböden oder Garagen profitieren von Isoliermaterial. Diese Isolierung wirkt wie ein Schal im Winter und bewahrt die Rohre vor Frostschäden.
Auch eine angemessene Raumtemperatur kann entscheidend sein. Selbst in ungenutzten Räumen sollte die Heizung niemals ganz ausgeschaltet werden. Eine minimale Wärme von 15 Grad Celsius genügt oft, um Leitungen vor dem Einfrieren zu schützen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Umgang mit Abflüssen. Fett, Essensreste oder sogar Feuchttücher können Rohre verstopfen und den Wasserdruck ansteigen lassen. Feste Abfälle sollten daher nicht in den Abfluss gelangen. Dinge wie Siebeinsätze dabei helfen, Schmutz zuverlässig aufzufangen.

Wasser- und Rohrleitungen im Haus – Prävention von Rohrbrüchen
Eine regelmäßige Wartung verhindert Rohrbrüche
Ein wesentlicher Bestandteil der Prävention ist die regelmäßige Rohrsanierung und Rohrreinigung. Ein erfahrener Installateur kann durch gezielte Prüfungen und Spülungen Ablagerungen entfernen und kleine Undichtigkeiten erkennen, bevor sie sich zu größeren Problemen entwickeln. Besonders in älteren Gebäuden sollten die Leitungen alle paar Jahre überprüft werden. Auch ein gelegentlicher Blick auf die Wasseruhr kann helfen: Wenn sich diese bewegt, obwohl alle Wasserhähne geschlossen sind, deutet dies auf ein verborgenes Leck hin.
Ein bewährter Tipp für den Alltag ist es zudem, Wasserhähne und Armaturen auf Tropfen oder leise Wassergeräusche zu prüfen. Diese scheinbar harmlosen Anzeichen können auf defekte Dichtungen oder kleine Risse hinweisen.
Rohrsanierungen gegen marode Rohre
In manchen Fällen kann eine Rohrsanierung die beste Lösung sein. Das gilt insbesondere in älteren Häusern mit veralteten Leitungen. Moderne Sanierungsmethoden ermöglichen es, beschädigte Rohre zu reparieren, ohne dass die Wände großflächig aufgestemmt werden müssen. Hier muss auf jeden Fall ein Profi ans Werk. Beim sogenannten Inliner-Verfahren wird beispielsweise eine flexible Kunststoffbeschichtung in das bestehende Rohr eingebracht, die undichte Stellen abdichtet und das Rohr stabilisiert.
Alternativ können neue Rohre in die alten Leitungen eingeführt werden – eine Methode, die sich besonders bei langen Leitungsverläufen eignet. In Fällen, in denen die Wasserleitungen stark beschädigt oder bereits mehrfach geflickt wurden, bleibt oft nur ein vollständiger Austausch. Dies kann zwar kostenintensiver sein, schützt jedoch langfristig vor erneuten Rohrbrüchen und hohen Folgeschäden.
Was beachtet werden sollte
Ein Rohrbruch kann enorme Schäden anrichten und sowohl finanziell als auch emotional belastend sein. Doch durch vorbeugende Maßnahmen und frühzeitige Warnzeichen lassen sich viele dieser Vorfälle verhindern. Wer regelmäßig seine Leitungen überprüft, freiliegende Rohre isoliert und auf ungewöhnliche Geräusche achtet, kann das Zuhause vor den unangenehmen Folgen eines Rohrbruchs bewahren. Mit etwas Aufmerksamkeit und Pflege bleiben die Wasserleitungen zuverlässig und sicher.
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